Wie bekomme ich den Hintergrund unscharf?
Man fragt mich häufig, wie ich den Hintergrund so unscharf bekomme. Hier ein kurzer Versuch einer Erklärung.
Um einen unscharfen Hintergrund zu erhalten, kann man folgende Taktiken einsetzen:
1. Ich wähle eine große Blendenöffnung (mit einer kleinen Blendenzahl).
Eine große Blendenöffnung hat eine kleine Tiefenschärfe zur Folge. Die Tiefenschärfe ist der Bereich im Bild, der scharf abgebildet wird. Bietet mein Objektiv als größte Blendenöffnung eine 5.6, wähle ich diese. Größere Blendenöffnungen, wie 4 oder gar 2, bieten noch mehr Unschärfe. Bei diesem Beispiel habe ich eine Blendenzahl 4 gewählt, da ich aus Erfahrung weiß, dass bei der gewählten Brennweite und dem gewählten Abstand auch noch die Nase von der Noodi einigermaßen scharf ist. Bei einer noch größeren Blende von 2, wäre die Nase schon wieder sehr unscharf.
2. Ich wähle eine lange Brennweite.
Je höher die Brennweite, desto geringer ist die Tiefenschärfe, d. h. desto unschärfer ist der Teil des Bildes, auf den nicht fokussiert wird. Bei diesem Beispiel hab ich eine Brennweite von 100 mm genutzt. Eine noch längere Brennweite, z. B. 200 mm, würde zu einem noch unschärferen Hintergrund führen.
3. Ich gehe so nah wie möglich an das Motiv heran.
Je näher ich am Motiv bin, desto geringer ist die Tiefenschärfe. Da ich den Ausschnitt schon in der Kamera festlege, bin ich eh bei einer Festbrennweite von 100 mm festgelegt, wie weit ich mich vom Motiv entfernt befinde. Aber würde ich weiter weggehen, wäre der Hintergrund auch nicht mehr so unscharf.
4. Ich platziere das Motiv möglichst weit entfernt vom Hintergrund.
Je weiter der Hintergrund entfernt ist, desto unschärfer wird er abgebildet. Mein Garten bietet nicht endlos Platz, aber man sollte den Hund nicht direkt vor einer Hecke platzieren.
Hier saß Noodi noch zu nah am Zaun mit den Forsythien:
Da hab ich sie ein wenig weiter vom Zaun entfernt platziert. So wird es bei ansonsten gleichen Einstellungen und Werten (Brennweite, Blende, Abstand zum Motiv) abstrakter. Sieht aufgeräumter aus.
Alle diese vier Faktoren zusammen sind entscheidend für die Gestaltung der Tiefenschärfe. Einfach mal ausprobieren.





Ist doch tatsächlich alles bei mir hängen geblieben!
Aber solche Wiederholung sind echt Gold wert. Vielen Dank dafür!
Mal alles für Einsteiger auf den Punkt gebracht.